Osteoporose, oft auch als Knochenschwund bekannt, ist eine Stoffwechselerkrankung des Skeletts. Jede dritte Frau nach den Wechseljahren erkrankt daran, aber auch Männer können an Osteoporose erkranken. In Deutschland leiden ca. 10 Millionen Menschen an Osteoporose.
Durch die Abnahme der Knochensubstanz und verschlechterter Knochenstruktur ergibt sich ein deutlich erhöhtes Risiko für einen Knochenbruch. Kleinere Stürze und selbst alltägliche Handgriffe wie Heben und Tragen können zum Knochenbruch führen. Typische Bruchstellen sind die Wirbelsäule, die Hüfte oder das Handgelenk. Osteoporose kann sich aber auch schleichend in Form eines langsamen Ineinandersinkens von Wirbelkörpern zeigen.
Typische Zeichen einer Osteoporose können neben dem Auftreten der o.g. Brüche auch chronische, zum Teil im Schub verlaufende Rückenschmerzen sein, das Auftreten einer vermehrten Rundung der Wirbelsäule ("Witwenbuckel"), Abnahme der Körpergröße, Kraftverlust in Armen und Beinen mit Gangunsicherheit.
Wie bei vielen Krankheiten ist ein frühzeitiges Erkennen wichtig, um die Auswirkungen der Osteoporose möglichst gering zu halten. Durch richtige und rechtzeitige Behandlung kann die Anzahl der durch Osteoporose bedingten Knochenbrüche entscheidend reduziert werden.
Osteoporose zählt heute zu den häufigsten Knochenerkrankungen im Erwachsenenalter.
Sie tritt vermehrt bei Frauen nach den Wechseljahren und im höheren Lebensalter auf.
Ein Risiko für Osteoporose besteht dann, wenn mindestens einer der nachfolgenden Risikofaktoren zutrifft:
- In Ihrer Familie/ Verwandtschaft ersten Grades gab es schon
eine Osteoporose-Erkrankung, einen Rundrücken, Wirbelkörper-
oder Schenkelhalsbrüche
- Sie sind in den letzten Jahren 4 cm (oder mehr) kleiner
geworden (Prüfen Sie die Daten in Ihrem Ausweis)
- Sie leiden häufig an Rückenschmerzen ohne dass
eine Wirbelsäulenerkrankung bekannt ist
- Sie hatten nach dem 40. Lebensjahr einen Knochenbruch
(besonders Unterarm, Rippen, Oberschenkelhals)
- Sie stürzen mehr als zweimal im halben Jahr ohne
Einwirkung äußerer Kräfte
- Sie haben ungewollt in den letzten Jahren
mehr als 10 % Gewicht verloren
- Ihre körperliche Aktivität ist oder war eingeschränkt
- Sie sind oder waren länger als 6 Monate an das Bett gefesselt
oder im Rollstuhl bzw. auf eine Gehhilfe angewiesen
- Sie ernähren sich kalziumarm (wenig Milch, Milchprodukte
oder grünes Gemüse)
- Sie haben länger als 3 Monate ein Kortisonpräparat eingenommen
- Speziell bei Frauen: Sie hatten spät Ihre erste Monatsregel
und kamen früh in die Wechseljahre
Weitere Risikofaktoren können auch ein zierlicher Körperbau, frühere Schwangerschaften und bestehende chronische Krankheiten (z.B. Magen-Darmerkrankungen. Schilddrüsen-Überfunktion) sein.
Um das Risiko eines Knochenbruches zu vermeiden, ist das frühzeitige Erkennen der Osteoporose oder deren Vorstadium
entscheidend.
Die Diagnose erfolgt mittels einer sog. Knochendichtemessung (= Osteodensitometrie). Dabei gilt, dass je niedriger die Knochendichte ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, in Zukunft eine Fraktur zu erleiden.
Die einzige von der WHO und der Deutschen Gesellschaft für Osteologie empfohlene Messmethode zur Knochendichte ist die sog. DXA -Messung, die wir auch in unserer Praxis anwenden.
Das DXA - Gerät sieht aus wie eine große Untersuchungsliege.
Mit hochmoderner Röntgentechnik wird die Dichte, also der Mineralsalzgehalt, des Knochens bestimmt. Anschließend errechnet der Computer die Dichtewerte der einzelnen Skelettbereiche.
Anhand der ausgewerteten Daten kann der Arzt eine Aussage zu ihrer Knochenstruktur machen und ggf. eine Therapie vorschlagen.
Die Untersuchung ist für Patienten einfach und unkompliziert. Sie dauert max. 15 Minuten und ist völlig schmerzfrei. Sie müssen nicht nüchtern sein und sich nicht einmal ausziehen. Sie liegen auf einer Liege mit weicher Unterlage und in nur wenigen Minuten wird das jeweilige zu messende Skelettareal mit einem Messarm überfahren, ohne einmal berührt zu werden.
Das Ergebnis liegt sofort vor, wird ausgewertet und umgehend mit Ihnen besprochen.
Anhand der Ergebnisse der Knochendichtemessung kann der Osteologe entscheiden, ob eine medikamentöse Therapie erforderlich ist und / oder welche Möglichkeiten es gibt, Ihre Knochensubstanz positiv zu beeinflussen, z.B. durch Vitamin D und kalziumreiche, ausgewogene Ernährung. Häufig wird das Therapiekonzept durch ein individuelles Bewegungsprogramm abgerundet.
Obwohl sich zwischenzeitlich einige Krankenkassen und z.B. der VDK Bayern mit speziellen Vorsorgeprogrammen stark für die Früherkennung der Osteoporose engagieren und medizinische Fachgesellschaften die Früherkennung für Risikogruppen fordern, ist diese nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen enthalten. Sie wird daher leider nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt, sondern ist von den Patienten selbst zu tragen.
Die Kosten für die DXA- Knochendichtemessung im Rahmen der Früherkennung betragen derzeit 45 Euro. Sie erhalten die genaue Auswertung des Untersuchungsergebnisses sowie die Therapieempfehlung. Selbstverständlich können sie die Unterlagen mit nach Hause nehmen und in aller Ruhe über das weitere Vorgehen, z.B. auch in Absprache mit Ihrem Hausarzt, entscheiden.
Für weitere Fragen stehen wir Ihnen mit unserem Praxisteam gerne zur Verfügung.
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